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Letztes Jahr hatten wir den R4 beim Korrosionsschutzdepot zur Rostschutzbehandlung, da wurden die Hohlräume mit Fett gefüllt und der Unterboden versiegelt. Man gab uns als Tipp mit auf den Weg, den hinteren rechten Kotflügel abzubauen und die Anschraubkante zu reinigen und vor Rost zu schützen. Gesagt, getan. Leider war der Rost aber schon weiter fortgeschritten als befürchtet. Vom Kotflügel hab ich gar keine Bilder - da musste die Anschraubkante teilweise durch neues Blech ersetzt werden. Ich habe auch über einen neuen Ersatz-Kotflügel nachgedacht, aber man konnte so schweissen dass man es von aussen nicht sieht und es war nur minimal zu spachteln. Als der Kotflügel ab war, zeigte sich das Schadensbild. Die Anschraubkante musste zur C-Säule hin geschweisst werden. Unten an der C-Säule war auch ein Loch.

Bei der hinteren Kante zur Heckklappe hin dachte ich erst noch, man könne etwas Owatrol zwischen die Falze laufen lassen. Dann sah ich dass das Blech doch sehr dünn war und beschloss: Raus den Mist! Die hintere Falzkante liess ich stehen - die beschreibt einen leichten Bogen, das hätte ich so nie wieder hinbekommen.

Hier ist die Anschraubkante geschweisst und gespachtelt sowie das Loch unten geschweisst und mit Brantho-Korrux 3 in 1 gestrichen (das Zeug habe ich überall im Radkasten verwendet).

Hier sieht man noch mal die D-Säule (sagt man so?), auch unten am Längsträger waren kleine Löcher - alles raus, wenn schon denn schon.

Frisches Blech, von aussen

Und von innen

Dann wurde lackiert. Ich habe mir extra nach der Renault-Farbnummer beim Korrosionsschutzdepot Blau 460 eine Dose Lack besorgt. Leider passt die Farbe aber nach meiner Meinung gar nicht. Meiner Mitbewohnerin taugts (das ist die Hauptsache). Wie man sieht, wurde das Dach vor längerer Zeit auch schon mal nachlackiert, und der Farbton ist auch etwas daneben. Ich habe ja auch gar keine hundertprozentige Übereinstimmung erwartet, wenns so wie das Dach geworden wäre, wäre ich zufrieden gewesen.





Ich wollte ja noch den Schaltplan für den Ipod-Anschluss zeigen, aber ich habe meine Aufzeichnungen nicht mehr gefunden. Dafür gibts diesen Link zur Youngtimer IG Brunstein (links in der Navigationsleiste "Car-Audio mit MP3" anklicken), soweit ich mich erinnern kann, habe ich mir damals dort auch ein paar Anregungen geholt.





Wie bekommt man Musik in ein Auto, dass dafür nicht ausgelegt ist? Anfang der 60er war ein Autoradio wohl noch Luxus für Reiche und hatte in einem Simpel-Auto nix zu suchen, dementsprechend war herstellerseits nicht mal eine Einbaumöglichkeit vorbereitet. Es gibt für den R4 eine Radiokonsole - entweder aus schwarzem Kunststoff oder ein aus Spanplatten zusammengesetztes Teil, welches mittig zwischen Fahrer und Beifahrer vor die Heizung geflanscht wird. Diese fasst dann ein Radio und einen Lautsprecher. Scheint auch einigermassen gesucht zu sein, wenn man die Preise bei ebay als Indikator nimmt. Diesen Weg wollten wir jedoch nicht gehen. Ich habe dann eine Universalkonsole auf der Beifahrerseite unters Armaturenbrett geschraubt (welches an dieser Stelle eine leichte Krümmung hat. Kann man aber durch Unterlegscheiben ausgleichen). Da habe ich dann ein klassisches Blaupunkt mit mechanischen Stationstasten verbaut und zwei kleine Philips-Aufbaulautsprecher links und rechts in die Ablagen unterm Armaturenbrett gelegt. Der Klang ist, nun ja, bescheiden. Früher war das wohl Standard, heute ist man da wohl einfach verwöhnt inzwischen. Das nächste Problem: die Antenne. Was tun, wenn man kein Loch in die Karosserie bohren will? Ich habe für kleines Geld eine "Scheibenantenne" made in Taiwan ersteigert. Die muss man sich wie einen Streifen Tesafilm mit einem Metalldraht in der Mitte vorstellen. Ich habe dann den Klebestreifen entfernt und den Draht unter den Scheibengummi gepfriemelt. Vorteil: man muss schon sehr genau hinsehen, um die Antenne zu entdecken. Nachteil: Der Empfang ist nur mittelmässig. Undnochwas: Kann man den Ipod ins Spiel bringen? Ja, das geht. Wichtigste Voraussetzung: Das Autoradio hat eine entsprechende DIN-Buchse. Da kann man einfach auf der Rückseite nachsehen. Die Buchse kommt mit einer meist gelblich-transparenten, selten schwarzen Abdeckung. Diese Abdeckung enthält eine Drahtbrücke und wenn man sie abzieht, schweigt das Radio. Ich habe im Fablab aus MDF eine kleine Konsole gelasert, welche eine kleine Klinkenbuchse und einen Zigarettenanzünder für das Ladekabel aufnimmt. Die Klinkenbuchse enthält einen Schalter, welche die Leitung, die eigentlich die Drahtbrücke ist, unterbricht, und das Signal des Ipod auf den Eingang des Radios gibt. Ich suche bei nächster Gelegenheit mal die Schaltung raus und liefere sie nach.

Mittig der Ipod-Anschluss, rechts das Radio und klein unterm Radio sieht man den Lautsprecher





Unser R4 kam ohne Deckel für die Sicherungen.

Nicht dass der zwingend notwendig wäre - aber besser aussehen würde es doch mit. Leider gab es den nirgends zu kaufen, weder neu noch gebraucht. Erst einige Zeit später hat mir ein netter Forumskollege aus dem R4-Forum einen Deckel leihweise zur Verfügung gestellt, damit ich ihn nachbauen und 3D-drucken kann. Seiner war allerdings breiter (für 6 Sicherungen). Also habe ich erstmal diesen in Sketchup gebaut:

Dann habe ich ein paar Probeexemplare gedruckt. Links - noch mit Stützmaterial, Mitte - mit abgebrochenen Haltezungen, haben den Belastungstest nicht überlebt, rechts - das Originalteil.

Mit den mir zur Verfügung stehenden Druck-Möglichkeiten kann ich wohl keine haltbaren Zungen drucken, daher habe ich sie hohlgebohrt und Stahlstifte eingeklebt. Ausserdem habe ich die Datei noch in der Breite verkleinert, damit der Deckel auf die vier Sicherungen passt. Gedruckt sieht das dann so aus, man sieht auch die eingeklebten Stahlstifte.

Und im Auto siehts dann so aus:

In ein paar Jahren ist die Drucktechnologie hoffentlich so weit fortgeschritten, dass man sowohl stabile Haltezungen als auch eine glatte Oberfläche und das Logo drucken kann, so dass man genau hinschauen muss, um den Unterschied zum Original zu erkennen!





Zur Winterpause Ende 2011 beschloss ich, die Antriebswellen-Simmerringe am Getriebe zu erneuern, um den Ölverlust einzudämmen. Zum Glück kommt man beim R4 von vorn ans Getriebe, nachdem man die Motorhaube abgebaut hat. Aufbocken muss man die Karre trotzdem, um die Antriebswellen abzubauen, aber man muss nicht unterm Auto mit dem schweren Getriebe hantieren. Leider habe ich kaum Bilder von der Aktion (das ist ein Problem das noch öfter auftauchen wird. Regelmässig vergesse ich das Fotografieren, wenn ich am Werkeln bin). Vor dem Ausbau des Getriebes muss das Getriebeöl abgelassen werden, sonst gibts eine grosse Sauerei. Leider kommt man an die Dichtringe nicht von aussen, man muss die grossen Deckel mit den Lagerschalen rausdrehen. Dazu habe ich mir ein sternförmiges Spezialwerkzeug gebaut. Über diese Deckel wird das Differenzial-Lagerspiel eingestellt - man sollte also vor dem Ausbau die exakte Position mit einem Körnerschlag o.ä. markieren (edit: und die Lagerschalen nacheinander aus- und wieder einbauen - nie beide gleichzeitig ausbauen. Sonst muss das Diff neu ausdistanziert werden!). Die Deckel tragen aussen umlaufend in einer Nut einen O-Ring, welcher auch erneuert wird. Rückseitig am Getriebe zum Motor hin befindet sich ein Blechdeckel. Ich weiss nicht wie der normal aussieht, bei unserem Auto war der etwas verbogen. Ich habe versucht, ihn etwas zu richten, aber obwohl ich beim Wiedereinbau zusätzlich zur Dichtung etwas Dichtmasse verwendet habe, ist er leider nicht ganz dicht geworden. Nun wo das Getriebe schon mal draussen war, habe ich auch die Kupplung erneuert. Sonst kommt man ja nicht so schön dran. Dabei fiel mir auf, dass die Kupplungsbetätigung schon sehr verschlissen war und bald den Geist aufgegeben hätte:


Ich habe zum Glück gute Gebrauchtteile bekommen - alternativ hätte ich die vorhandenen Teile aufarbeiten müssen. Nach dem Zusammenbau musste die Kupplung noch eingestellt werden. Das ist fummelig und man muss doch noch unters Auto.