schrauberblog x
Donnerstag, 28. November 2019

Auch schon ein Jahr zurück liegt die Reparatur, von der ich jetzt berichte. Die Mitbewohnerin hatte sich beklagt, dass nach dem Kaltstart immer eine fette blaue Wolke ausgeworfen wird. Kurze Recherche führte zu dem Ergebnis: Ventilschaftdichtungen verschlissen. Also muss ein Plan her, wie das mit geringstmöglichem Aufwand zu beheben ist. Zuerst: Spezialwerkzeug 1, die Bestandteile:

Zusammengelötet siehts dann so aus:

Erst mal den Ventildeckel abnehmen.

Dann wird die Kipphebelwelle abgebaut.Da diese hinten mit den Zylinderkopfschrauben befestigt ist, werden da entsprechend passende Nüsse untergelegt und das Ganze wieder fest gezogen.

Jetzt kommt das Spezialwerkzeug 2 zum Einsatz, welches auf die Stehbolzen der Kipphebelwellen-Befestigung kommt und die Ventilfedern spannt/entspannt. Ich habe dies nach einer Idee aus dem Miniforum angefertigt, indem ich eine stabile Scheibe vorn geschlitzt und hinten an ein Röhrchen geschweisst habe. Dort hat einer einen Krähenfuss-Schlüssel verwendet, da habe ich jedoch keinen.
Wie man sieht, wird währenddessen die ganze Zeit der entsprechende Brennraum mit Druckluft beaufschlagt, mit Hilfe des Spezialwerkzeuges 1.

Hier ist die Ventilfeder abgenommen und die alte Dichtung entfernt, aber die neue noch nicht drauf. Ich habe mir aus Klebeband einen Überzieher gebaut, den ich vor der Montage über den Ventilschaft gestülpt habe, damit die neue Dichtung nicht gleich am scharfkantigen Ventil ruiniert wird (leider vergessen zu fotografieren).

Der Zusammenbau ist "a reversal of dismantling", wie es im Haynes immer so schön heisst. Jedenfalls war die Reparatur erfolgreich, die dunklen Wolken nach dem Kaltstart sind seitdem Geschichte.

Noch ein paar allgemeine Details für eventuelle Nachmacher:
Ich hab die jeweiligen Zylinder auf OT gestellt (vierter Gang, schieben, durchs Kerzenloch peilen), mit dem Hintergedanken, wenn ein Ventil rein fällt, dass man es ggf wieder zurück holen kann. War aber nicht nötig, Pressluft sei Dank. Ganz wichtig: Handbremse fest anziehen, man merkt jedes mal, wenn man Druck drauf gibt, dass das Auto einen Satz machen will... Keile sind mir zwar nicht runter gefallen, aber eine Ventilfeder samt Teller. Deshalb legt man besser einen grossen Pappkarton unter, wenn man nicht einen Ventilteller mit einem Magneten aus einem Entwässerungsgitter fischen will - mit Druckluft auf einem Zylinder kann man das Auto nämlich auch nicht weg schieben. Vielleicht auch mal vorher schauen, wie die Schaftdichtungen beschaffen sind bzw gelöst und befestigt werden, beim Mini sind das nur Gummi-Kappen, die alten hebelt man mit einem Schraubenzieher ab und die neuen werden von Hand aufgesteckt, but YMMV.
Und zu guter Letzt noch ein paar Mini-spezifische Hinweise:
Die beiden äusseren Stehbolzen für die Kipphebelwelle sind länger, weil da auch der Ventildeckel befestigt wird. Die beiden inneren sind zu kurz, um die Ventilfeder ganz zu entspannen, man muss also temporär einen der äusseren Stehbolzen an die inneren Positionen bauen, und danach wieder retour. Die Länge des Röhrchens vom selbergemachten Spezialwerkzeug (Innen-Ø etwa 8 mm) ist auch kritisch, macht man es zu kurz, ist man mit der Schraube am Ende des Gewindes angelangt und bekommt die Keile noch nicht raus. Deshalb auch die untergelegte Hülse auf dem Bild oben.





Freitag, 22. November 2019

Der Caddy muss jetzt wieder im Winter ran. Und überhaupt - um den Verfall zumindest zu verlangsamen, habe ich mir in den Kopf gesetzt, die Ladefläche von unten mit Mike Sanders Fett zu behandeln. Dazu habe ich mir eine Ausrüstung ausgeliehen, sowie den Tank ausgebaut und den alten, schon etwas porösen Auspuff entfernt. Der kommt später neu.

Der Tank ist noch recht gut. Da genügte eine gründliche Reinigung von aussen und ich hab ich nur einzelne Stellen ausgebessert und mit Owatrol eingepinselt. Auch die Schläuche um den Tank konnte ich weiter verwenden. Die Haltebänder habe ich auch erstmal nur mit Owatrol behandelt, die bekommen nächstes Jahr aber eine ordentliche Lackierung.

Ich habe zum ersten Mal mit Mike-Sander-Profiausrüstung gearbeitet und habe wahrscheinlich alle Anfängerfehler gemacht; vermutlich zu viel aufgetragen, mir die Pfoten verbrannt, mir das Zeug über Bande ins Gesicht gesprüht und den Garagenboden nicht ausreichend abgedeckt.

Den neuen Auspuff hab ich auch montiert, auch hier wieder die billige Polentröte. Ein Döschen "Auspuffzement" war gleich im Lieferumfang und man braucht es auch, der Übergang zum Flammrohr ist eine ziemliche Wurfpassung. So ein Auspuff wird ja in der Mitte durchgeschnitten, damit er in einen Karton passt und nicht als Sperrgut verschickt werden muss. Dazu wird dann eine Verbindungs-Muffe mit dazu gepackt. Beim MX-5 hat das ganz gut funktioniert, weil sie da ein gerades Rohr duschgeschnitten haben. Beim Caddy nicht, da lag der Schnitt an einer s-förmigen Stelle. Da hab ich mich dann gar nicht erst auf Experimente eingelassen und hab das Ganze verschweisst.





Mittwoch, 18. September 2019

Der Auspuff war ziemlich am Ende in diesem Sommer. Hat noch für die AU gereicht und der Prüfer bei der HU hat es auch nur erwähnt, aber nicht im Bericht festgehalten. Ich wollte das aber mal rechtzeitig erledigt haben und nicht erst, wenn Teile abfallen. Ich habe noch Überlegungen angestellt, ob ich ein Billigteil kaufen soll, oder Markenware, oder gleich einen Sportauspuff aus Edelstahl. Ich habe mich für die Polentröte entschieden.

Ich habe das Ersatzteil nach Schlüsselnummer und Baujahr bestellt, sah auf den ersten Blick auch gut aus. Allerdings stellte sich heraus, dass das vordere Rohr zum Katalysator etwa 7 cm zu kurz war. Wie ich später heraus fand, gab es wohl Kats in zwei Längen und ich habe das falsche Teil bekommen. Wie es der Zufall wollte, war das Altteil bereits auf Nachbars Anhänger und auf dem Weg zum Recyclinghof, deshalb musste ich den Auspuff durchschneiden und anstückeln, anstatt den alten noch mal einzubauen und das Neuteil zu reklamieren.

Das heisst: Rein in die Grube, anschrauben, Rohrstück anpassen, abbauen, raus aus der Grube, anheften etc. So sah es dann fertig aus.

Leider war der Flansch zum Kat auch ziemlich wellig, ich habe ihn mit dem Bandschleifer abgezogen, aber richtig dicht wurde es nur mit Gun Gum. Am hinteren Rohr musste ich dann noch etwas abschneiden, damit es nicht an der Querstrebe anging.
Gibt diesmal Punktabzug für Polmostrov. Bisher war ich immer zufrieden mit deren Qualität.





Freitag, 6. September 2019

Die Reparaturstellen am hinteren Schwellerende sollten natürlich gegen Wiederanrosten geschützt werden. Hinten im Radkasten befindet sich ein Gummi-Stopfen, den kann man rausnehmen und Fluid Film o.ä. einfüllen, aufgrund der Cabrio-typischen etwas aufwendigeren Konstruktion der Innenschweller erreicht das Mittel so die kritischen Stellen aber gar nicht. Das ist etwas aufwändiger, man muss von innen ran. Man entfernt die Verkleidung der B-Säule und wird mit diesem Anblick belohnt:

Wenn man die Folie auf die Seite klappt, sieht man im Innern die markierte Blechkante. Das Mittel (ich hab keine Mike Sander-Ausrüstung, deshalb hab ich Fluid Film genommen) muss oberhalb dieser Kante reichlich hin gesprüht werden, damit es dahinter nach unten laufen kann. Dann erreicht es auch den äusseren Teil des Innenschwellers.





Donnerstag, 5. September 2019

Der Prüfer hat bei der HU nicht viel gefunden, lediglich ein kleines Loch am Schweller vorn und ein nicht ganz so kleines hinten. Hier das vordere, schon repariert. Ich hab zur Reparatur den Kotflügel abgenommen - darunter sah es auch nicht gut aus - hab mal alles gereinigt und noch ein Löchlein zugeschweisst.

Hinten waren gleich vier Blechlagen betroffen. Zuerst der Innenradlauf. Ist nicht ganz fertig, weil an dieser Stelle das Gas alle war und ich erst neues besorgen musste.

Blech #2.

Blech #3.

Und der Aussenschweller - alles wieder zu. Ich bin da nachher noch mit schwarzer Farbe drüber gegangen.

Nach bestandener HU hab ich mir dann auch den Kotflügel auf der Beifahrerseite vorgenommen. Der linke war am Schweller nur mit einer Schraube befestigt - die andere hatte irgendwann mal wer abgerissen, ich hab sie ausgebohrt. Der linke Kotflügel war noch brauchbar, das war offenbar nicht mehr der originale, sondern wurde nach dem Seitentreffer ausgetauscht. Der rechte war noch der erste - ich hatte (im nachhinein unbegründete) Angst, dass alle zwei Schrauben am Schweller abreissen. Dafür war der Kotflügel unten durchgerostet. Der Schweller sah in etwa genau so aus wie auf der Fahrerseite.

Entrosten, Owatrol, Brantho-Korrux 3in1, wie üblich. Man erkennt bereits RAL 7016 anthrazitgrau.

In Ermangelung eines günstigen Ersatzteils habe ich den Kotflügel instand gesetzt, ich habe Blech aus einem alten Computergehäuse verwendet.

Und hier sieht man, wo farbtechnisch die Reise hin geht. Anthrazitgrau kommt dem originalen Farbton der Schweller am nächsten. Die waren wohl vor langer Zeit mal schwarz. Aber wenn ich da mit frischem Schwarz drüber gehe, sieht mir das zu sehr nach Streifen des Todes aus.





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